Wenn man die Welt anders wahrnimmt,
als es gewöhnlich der Fall ist,
steht die Wirklichkeit auf dem Kopf -
das Berufsrisiko jedes Künstlers,
jedes behinderten Künstlers,
jedes Lebenskünstlers.
Der Traum vom Labyrinth zu BabelJorge Luis Borges als Lyriker und Weltliterat in einer farbig-dunklen Bühnenperformance Ich glaube, dass das Buch eine der Möglichkeiten des Glücks ist, die die Menschen haben [J. L. Borges] Regie und SPRECHER: Bernd Kebelmann MUSIK: Sonny Thet am Cello |
In einem abwechslungsreichen, farbigen Lese-Musikprogramm wird das Leben des weltbekannten erblindeten argentinischen Dichters Jorge Luis Borges (1899 1986) auf der Bühne erinnert. - Nach der Peron-Diktatur wurde Borges 1955 bis 1973 zum Direktor der Nationalbibliothek Buenos Aires berufen, gleichzeitig zum Professor für englische Literatur. Zu jener Zeit konnte der Dichter schon nicht mehr lesen und schreiben. Eine erbliche Augenerkrankung ließ ihn schließlich völlig erblinden. Dennoch waren die Bücher, die großen Bibliotheken seine Leidenschaft, sein Beruf. Er sah sich zuerst als Leser, bevor er sich Dichter nannte. Aus Büchern bezog er sein Wissen, seine Träume, Helden, Philosophien, vor allem die skurrilen Gestalten seiner einzigartigen Prosa. Das unendliche Labyrinth der Bibliothek von Babel wird an diesem Abend im dramatischen Mittelpunkt stehen. Helle und dunkle Szenen, sanfte und expressive Momente wechseln einander ab. Dramatische Klänge, eine sanfte spanische Stimme vom Band bilden hintergründige Muster, schaffen ein surreales, fiktiv-realistisches Lebensbild von imaginärer Weite. Programmdauer: etwa 70 Minuten © 1999 Bernd Kebelmann [ << zurück ] |